Unser Ferkensbruch im Wandel: Renaturierungsprojekt findet öffentliche Aufmerksamkeit

von | 20. Juni 2026 | Infos & News

Mehr Natur, vielfältigere Lebensräume und ein widerstandsfähigeres Gewässer: Mit unserem Renaturierungsprojekt möchten wir den Ferkensbruch in Sassenfeld langfristig ökologisch weiterentwickeln. Inzwischen findet das Projekt auch über unseren Verein hinaus Aufmerksamkeit. Sowohl die Stadt Nettetal als auch die Rheinische Post haben über das Vorhaben berichtet.

Der rund 4,5 Hektar große Ferkensbruch ist ein ehemaliges Torfstichgewässer und wird seit vielen Jahren durch den ASV Rotauge e.V. Sassenfeld bewirtschaftet. Neben der anglerischen Nutzung verstehen wir dabei insbesondere auch die Pflege und nachhaltige Entwicklung des Gewässers als eine unserer zentralen Aufgaben.

Bereits im Jahr 2023 haben wir deshalb ein langfristig angelegtes Renaturierungsprojekt gestartet. Hintergrund sind unter anderem die teilweise fehlende Ufervegetation, der geringe Bestand an Wasserpflanzen und die fehlende natürliche Beschattung. Diese Faktoren beeinflussen nicht nur die Entwicklung des Gewässers selbst, sondern auch die Lebensräume von Fischen, Amphibien, Wasservögeln und zahlreichen Insekten.

Erste Maßnahmen zeigen Wirkung

Ein erster Schwerpunkt liegt auf der Wiederherstellung naturnaher Uferbereiche. Hierzu wurde zunächst eine Pilotfläche angelegt und mit geeigneter Vegetation bepflanzt. Da insbesondere Nutrias den jungen Pflanzenbestand stark beeinträchtigen können, werden die neu angelegten Bereiche durch spezielle Verbissschutzeinrichtungen geschützt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen genutzt werden, um die bepflanzten Bereiche schrittweise weiterzuentwickeln und auszuweiten.

Doch dabei soll es nicht bleiben: Als weiterer Baustein ist unter anderem die Anlage sogenannter Totholzburgen vorgesehen. Sie sollen zusätzliche natürliche Strukturen im Gewässer schaffen und Fischen unter anderem Rückzugs- und Laichmöglichkeiten bieten. Gemeinsam mit einer standortgerechten Bepflanzung sollen so nach und nach vielfältigere und möglichst selbsttragende Lebensräume entstehen. Fachlich begleitet und unterstützt wird das Projekt unter anderem durch den Rheinischen Fischereiverband und die Fischereigenossenschaft Nette.

Naturschutz und Klimaanpassung gehören zusammen

Mit den Maßnahmen möchten wir nicht nur die Artenvielfalt am Ferkensbruch fördern. Gleichzeitig soll das Gewässer widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels werden.

Eine stärkere natürliche Beschattung kann beispielsweise dazu beitragen, die Erwärmung des Wassers zu reduzieren. Wasser- und Uferpflanzen wiederum bieten Lebens- und Rückzugsräume, können Sedimente binden und einen Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität leisten. In Kombination mit zusätzlichen Totholzstrukturen soll sich so langfristig ein vielfältigeres und stabileres Gewässerökosystem entwickeln.

Dass unser Engagement inzwischen auch außerhalb des Vereins wahrgenommen wird, freut uns natürlich besonders. Die Stadt Nettetal hat das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „Nettetal fürs Klima“ vorgestellt und hebt dabei die Verbindung von ehrenamtlichem Engagement, Naturschutz und Klimaanpassung hervor. Auch die Rheinische Post berichtet über die weitere Entwicklung des Ferkensbruchs.

Für uns ist die Renaturierung dabei kein kurzfristiges Einzelprojekt. Vielmehr möchten wir den Ferkensbruch Schritt für Schritt und über viele Jahre ökologisch weiterentwickeln – und damit zeigen, dass Angeln, Gewässerpflege und aktiver Naturschutz unmittelbar zusammengehören.

Weitere Informationen und Berichte zum Projekt:

→ Stadt Nettetal: Renaturierungsprojekt am Ferkensbruch stärkt Natur und Artenvielfalt

→ Rheinische Post: Nettetal: Renaturierung des Ferkesbruch schreitet weiter voran